16 Juli Kornkreise – Botschaft oder Fake?
Liebe Leute!
Kornkreise – Botschaften oder Fake?
oder die Kunst, das Nichtwissen auszuhalten
In den letzten Wochen sind in Südengland fast täglich neue Kornkreise entstanden. Riesige, präzise Formationen, über Nacht in Kornfelder gelegt.
Kaum jemand berichtet darüber.
Aber schau Dir selbst diese Bilder an!
Stonehenge Dronescapes auf YouTube
Und dann stellt sich mir die Frage:
Warum ist das nicht in den Hauptmedien der Welt (so wie die Fussball WM 🙂)
Vielleicht, weil wir es nicht einordnen können?
Ein Ereignis, das sich in keine Kategorie passt, hat in unseren Nachrichten keinen Platz – es passt weder unter Wissenschaft noch unter Wunder. Also wird es einfach übersprungen.
Wer sich damit beschäftigt, landet meist schnell in einer von zwei Schubladen:
Fake oder außerirdisch. Menschenhand oder Botschaft von jenseits der Sterne.
Mich fasziniert dabei ohnehin nicht die Ursachenforschung. Nicht: Wer hat das gemacht? Sondern: Was macht das mit mir, wenn ich mir diese Bilder anschaue und keine Antwort finde?
Ich glaube, beide Lager wollen im Grunde dasselbe: die Sache erklären. Einordnen. Kontrollieren. Und genau dabei verfehlen beide, was da vielleicht vor ihnen liegt.
Vielleicht sind es Symbole, die wirken – nicht Botschaften, die man knackt.
Es ist übrigens ein interessanter Sommer dafür. Ende Juni fand in Washington das erste offizielle „Disclosure Forum“ statt. Fast zeitgleich lief Spielbergs Film „Disclosure Day“ an, über genau dasselbe Thema.
Und mittendrin: die Kornkreis-Saison auf ihrem jährlichen Höhepunkt. Ob das zusammenhängt, weiß niemand. Aber als Zeitpunkt ist es auffällig – ein Sommer, in dem die kollektive Aufmerksamkeit von mehreren Seiten an dieselbe Schwelle rückt: Was, wenn wir Teil von etwas Größerem sind?
Diese Möglichkeit muss man gar nicht für wahr halten, damit sie etwas tut. Es reicht schon, sie zuzulassen. Sie trainiert etwas in uns, das wir selten üben:
größer zu denken und dabei unser Nichtwissen auszuhalten.
„Aushalten“ ein Wort auf, das in unseren Seminaren oft fällt und am wenigsten verstanden wird:
Die meisten hören darin ein Durchbeißen. Zähne zusammen, warten, bis es vorbei ist. Aber das ist nicht gemeint. Aushalten heißt: in Kontakt bleiben mit etwas, das sich nicht auflösen lässt – wach, offen, ohne es sofort in eine Erklärung, eine Handlung oder eine Ablenkung zu verwandeln. Nicht Zeit totschlagen, sondern präsent bleiben, während die Unsicherheit da ist.
Ein Kornkreis verlangt genau das. Man kann ihn nicht lösen, nicht beweisen, nicht in Besitz nehmen. Man kann nur staunend davorstehen.
Und was dabei hochkommt, ist selten nur eine Angst.
Da ist die Angst vor der eigenen Kleinigkeit in einem Kosmos, der größer ist als jede Erklärung dafür. Da ist die Angst vor Kontrollverlust – etwas geschieht, ohne dass wir es steuern können. Da ist die Angst, nicht mehr sicher zu wissen, was real ist, wenn die Grenze zwischen erklärbar und unerklärbar durchlässig wird. Und da ist vielleicht auch die Angst vor der eigenen Sehnsucht – dass man sich wünscht, es wäre wahr, und sich dafür beinahe schämt.
All das lässt sich nicht auflösen. Nur aushalten.
Was, wenn die Kornkreise gar nicht darauf warten, entschlüsselt zu werden?
Was, wenn sie darauf warten, dass wir lernen, in Gegenwart zu bleiben, ohne die Antwort zu brauchen?
Und was, wenn genau dieses Aushalten unser Bewusstsein weitet – hin zu etwas Größerem, als wir bisher zu denken gewohnt waren?
Faszinierend oder?
Herzliche Sommergrüße
Wolfgang
PS: Freu mich auf deinen Kommentar hier!
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